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Wie viele Patente in Deutschland melden Erfinder selbst an?

Pablo Rodriguez

Pablo Rodriguez

Gründer von Patentoria · LinkedIn · Aktualisiert am 25.08.2026

2025 haben 6,6 Prozent der Patentanmeldungen mit Sitz in Deutschland eine Person angemeldet, die zugleich der Erfinder war, also jemand, der auf eigenen Namen anmeldet und nicht über eine Firma. Das klingt nach wenig, ist aber der höchste Wert seit 2021. Der Anteil war vier Jahre in Folge gefallen, von 6,9 Prozent (2021) auf 4,5 Prozent (2024), und steht 2025 wieder bei 6,6 Prozent. Ob daraus ein dauerhafter Trend wird, lässt sich aus einem einzelnen Jahr nicht sagen, und wir behaupten es hier nicht. Gleichzeitig ist die andere Hälfte der Statistik so ungleich wie nie: 0,7 Prozent der Anmelder mit Sitz in Deutschland stehen für 56,2 Prozent der Anmeldungen, die aus Deutschland kommen. Diese Aufschlüsselung bezieht sich auf die 42.349 inländischen Anmeldungen, nicht auf alle 62.050. Der Anteil der Einzelnen ist gestiegen, und der Rest des Feldes ist konzentrierter als je zuvor. Beides steht in derselben Statistik desselben Jahres. Alle Zahlen stammen aus dem Jahresbericht 2025 des Deutschen Patent- und Markenamts, Stand Februar 2026. Diese Auswertung ist allgemeine Information und stellt keine Rechtsberatung dar.

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Die Zahl, die sich 2025 gedreht hat

Das DPMA veröffentlicht jedes Jahr eine Tabelle, die kaum jemand zitiert: den Anteil der nationalen Patentanmeldungen, bei denen der Anmelder dieselbe Person ist wie der Erfinder. Im Klartext: Anmeldungen, hinter denen kein Unternehmen steht, sondern ein Mensch.

Mit Sitz im Inland heißt schlicht: die anmeldende Person oder Firma hat ihre Adresse in Deutschland. Wenn du in Mainz wohnst und selbst anmeldest, bist du in dieser Zahl drin. Meldet ein Konzern aus Tokio beim DPMA an, ist er es nicht.

Die Reihe ging vier Jahre bergab und drehte 2025 nach oben, ein Sprung um 2,1 Prozentpunkte. Bei den Anmeldungen aus dem Ausland passiert nichts Vergleichbares: dort liegt der Wert seit Jahren zwischen 1,1 und 1,7 Prozent und sinkt weiter. Der Anteil dieser Eigenanmeldungen an den inländischen Anmeldungen, Jahr für Jahr:

  • 2021: 6,9 Prozent
  • 2022: 5,9 Prozent
  • 2023: 5,1 Prozent
  • 2024: 4,5 Prozent
  • 2025: 6,6 Prozent

Was diese Zahl misst, und was sie nicht misst

Hier ist Genauigkeit wichtiger als eine schöne Überschrift, deshalb der Haken gleich mit. Die Statistik zählt Anmeldungen, bei denen Anmelder und Erfinder dieselbe Person sind. Das ist ein guter Näherungswert für "Einzelerfinder", aber es ist nicht dasselbe.

Was mitgezählt wird: die Ingenieurin, die abends an ihrer Idee bastelt und sie auf ihren eigenen Namen anmeldet. Der Handwerker, der ein Werkzeug verbessert hat.

Was nicht mitgezählt wird: derselbe Handwerker, wenn er die Anmeldung über seine eigene GmbH laufen lässt. Formal ist der Anmelder dann die GmbH, also fällt er aus dieser Zahl heraus, obwohl es sachlich dieselbe Person ist.

Die echte Zahl der Menschen, die es alleine versuchen, liegt also eher etwas höher als 6,6 Prozent. Um wie viel, weiß niemand, und wir schätzen es hier nicht.

Zur Methode, weil das zu einer ehrlichen Zahl dazugehört

Das DPMA erstellt seine Statistik mit einem dynamischen System und schreibt selbst dazu, dass sich die Werte im Lauf der Zeit noch ändern können, etwa wenn eine Rechtsstandsänderung in die Vergangenheit wirkt.

Ein Beispiel, damit das nicht abstrakt bleibt: wird eine Anmeldung aus dem Jahr 2025 erst 2027 rückwirkend als zurückgenommen geführt, sieht die Tabelle für 2025 danach anders aus als heute. Die Zahlen sind also eine Momentaufnahme, kein in Stein gemeißelter Wert.

Alle Zahlen auf dieser Seite haben den Stand Februar 2026.

Die Hälfte der Geschichte, die fast nie erzählt wird

Wer über Patente in Deutschland spricht, spricht über 62.050 Anmeldungen im Jahr 2025. Diese Zahl verdeckt, wie ungleich sie verteilt sind.

Wichtig für das Verständnis der folgenden Zahlen: sie betreffen nur die Anmelder mit Sitz in Deutschland und die 42.349 Anmeldungen, die von ihnen stammen. Die Anmeldungen aus dem Ausland sind hier nicht mitgezählt.

Das Feld nach Zahl der Anmeldungen pro Anmelder, jeweils erst der Anteil an den Anmeldern, dann ihr Anteil an den inländischen Anmeldungen:

  • 64,5 Prozent der Anmelder machen genau eine Anmeldung, und alle zusammen kommen auf 10,0 Prozent der inländischen Anmeldungen.
  • 30,5 Prozent machen 2 bis 10 Anmeldungen, zusammen 15,7 Prozent.
  • 4,3 Prozent machen 11 bis 100 Anmeldungen, zusammen 18,1 Prozent.
  • 0,7 Prozent machen über 100 Anmeldungen, und diese wenigen stehen für 56,2 Prozent der inländischen Anmeldungen.

Am oberen Ende: wenige Konzerne, mehr als die Hälfte

Knapp zwei Drittel aller inländischen Anmelder, genau 64,5 Prozent, melden also nur ein einziges Mal etwas an, und alle zusammen kommen auf ein Zehntel der Anmeldungen. Am anderen Ende stehen 0,7 Prozent der Anmelder für mehr als die Hälfte. Diese wenigen nennt die Statistik Vielanmelder: Anmelder mit mehr als hundert Anmeldungen im Jahr, in der Praxis also Konzerne mit eigener Patentabteilung.

Und das verschiebt sich weiter in dieselbe Richtung. Der Anteil der Vielanmelder an den Anmeldungen lag 2021 bei 49,3 Prozent und liegt 2025 bei 56,2 Prozent.

Wie das oben aussieht, zeigt die Anmelderliste des DPMA für 2025: auf die Robert Bosch GmbH allein entfallen 4.109 Patentanmeldungen. Die zehn größten Anmelder kommen zusammen auf 18.451, also 29,7 Prozent aller 62.050 Anmeldungen. Alle zehn Plätze gehören zur Autoindustrie oder zu ihren Zulieferern.

Zwei Hinweise des Amts gehören dazu, sonst liest man die Liste falsch. Erstens zählt das DPMA anteilig, wenn eine Anmeldung mehrere Anmelder hat. Zweitens werden Konzernverbundenheiten nicht berücksichtigt. AUDI, VOLKSWAGEN und Porsche stehen deshalb als drei getrennte Einträge in der Liste, obwohl sie zu einem Konzern gehören.

Zwei Bundesländer machen zwei Drittel

Bei den Anmeldungen aus dem Inland (42.349 im Jahr 2025) verteilt sich fast alles auf zwei Länder. Baden-Württemberg kommt auf 15.161 Anmeldungen oder 35,8 Prozent, Bayern auf 12.575 oder 29,7 Prozent.

Zusammen sind das 27.736 Anmeldungen, also 65,5 Prozent. Zwei von drei deutschen Patentanmeldungen kommen aus diesen beiden Ländern.

Pro Kopf wird der Abstand noch deutlicher. Baden-Württemberg kommt auf 135 Anmeldungen je 100.000 Einwohner, Bayern auf 95, der Bundesschnitt liegt bei 51. Am unteren Ende stehen Mecklenburg-Vorpommern mit 7 und Brandenburg mit 8.

Zur Einordnung, weil wir aus Rheinland-Pfalz schreiben: dieses Bundesland kommt auf 673 Anmeldungen, 1,6 Prozent, und 16 pro 100.000 Einwohner.

Eine Zahl noch, die überrascht: alle deutschen Hochschulen zusammen kamen 2025 auf 481 Patentanmeldungen. Das ist weniger als ein Achtel dessen, was Bosch alleine anmeldet.

Was sich daraus ableiten lässt, und was nicht

Aus einer Statistik lässt sich schnell zu viel herauslesen, deshalb getrennt. Was die Zahlen hergeben:

  • Der Anteil der Menschen, die auf eigenen Namen anmelden, ist 2025 zum ersten Mal seit Jahren wieder gestiegen.
  • Das System, in dem sie das tun, wird gleichzeitig immer stärker von wenigen Großanmeldern geprägt.
  • Wer als Einzelperson anmeldet, ist die Ausnahme, nicht die Regel: ungefähr eine von fünfzehn inländischen Anmeldungen.

Was die Zahlen nicht hergeben

Und ebenso wichtig, wo die Statistik schweigt:

  • Warum der Anteil 2025 gestiegen ist. Dazu sagt die Statistik nichts, und wir raten hier nicht.
  • Ob eine dieser Anmeldungen am Ende erteilt wurde. Anmeldung und Erteilung sind zwei verschiedene Dinge, und zwischen beiden liegen oft Jahre.
  • Ob sich eine Anmeldung für den Einzelnen gelohnt hat. Das steht in keiner Statistik. Diese Auswertung stellt keine Rechtsberatung dar.

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Häufige Fragen

Wie viele Patente melden Privatpersonen in Deutschland an?

2025 waren 6,6 Prozent der Patentanmeldungen mit Sitz im Inland Anmeldungen, bei denen Anmelder und Erfinder dieselbe Person waren. 2024 waren es 4,5 Prozent, 2021 waren es 6,9 Prozent. Die Zahl stammt aus dem Jahresbericht 2025 des DPMA, Stand Februar 2026. Sie erfasst nicht die Fälle, in denen jemand über seine eigene Firma anmeldet.

Wie viele Patentanmeldungen gab es 2025 in Deutschland insgesamt?

62.050 Anmeldungen beim DPMA, davon 42.349 von Anmeldern mit Sitz in Deutschland und 19.701 aus dem Ausland. Das sind 4,7 Prozent mehr als 2024. Veröffentlicht wurden im selben Jahr 24.475 Patenterteilungen.

Welche Unternehmen melden in Deutschland die meisten Patente an?

2025 führt die Robert Bosch GmbH mit 4.109 Anmeldungen, danach Mercedes-Benz mit 2.726 und BMW mit 2.553. Die zehn größten Anmelder kommen zusammen auf 18.451 Anmeldungen, also 29,7 Prozent aller Anmeldungen des Jahres. Das DPMA zählt dabei anteilig, wenn eine Anmeldung mehrere Anmelder hat, und berücksichtigt keine Konzernverbundenheiten.

Aus welchem Bundesland kommen die meisten Patente?

Aus Baden-Württemberg, mit 15.161 Anmeldungen oder 35,8 Prozent aller inländischen Anmeldungen 2025. Zusammen mit Bayern (12.575) sind das 65,5 Prozent. Pro 100.000 Einwohner liegt Baden-Württemberg bei 135, der Bundesschnitt bei 51.

Patentoria ist ein deutsches Tech-Unternehmen, das Erfindern eine ehrliche Einschätzung liefert, ob sich ein Patent lohnt und was ihre Idee wert ist, auf Basis echter Patentdaten (EPO). Verschlüsselt gespeichert: Datenbank in Frankfurt. Keine Rechtsberatung.