Ist meine Erfindung wirklich neu?
Patentoria-Team
Auf Basis der zitierten Quellen · Aktualisiert am 11.08.2026
Ob deine Erfindung neu ist, findest du heraus, indem du den sogenannten Stand der Technik durchsuchst: alles, was vor deinem Anmeldetag schon irgendwo auf der Welt öffentlich bekannt war. Beim Patent bedeutet neu nämlich absolut neu, weltweit, und in Europa gibt es dafür keine Neuheitsschonfrist, also keine Gnadenfrist nach einer Veröffentlichung. Der erste Schritt kostet dich nichts. In den kostenlosen Datenbanken DEPATISnet (vom DPMA) und Espacenet (vom Europäischen Patentamt) suchst du selbst nach ähnlichen Patenten und Veröffentlichungen. Espacenet enthält Daten zu mehr als 150 Millionen Patentdokumenten. Findest du dort schon deine Lösung, sparst du dir die Anmeldung. Findest du wenig oder nichts, ist das ein gutes Zeichen, aber noch kein Beweis. Wichtig zu wissen: Eine Recherche kann Neuheit nie zu 100 Prozent beweisen, weil neue Anmeldungen erst nach 18 Monaten veröffentlicht werden (§ 32 PatG) und weil du beim Suchen etwas übersehen kannst. Sie senkt aber dein Risiko drastisch, bevor du Geld in eine Anmeldung steckst. Wer es gründlicher braucht, kann einen amtlichen Rechercheantrag beim DPMA stellen (§ 43 PatG, 300 Euro) oder einen datenbasierten Vorab-Check nutzen, ohne die Idee dabei öffentlich zu machen.
Patentoria ist der deutsche Patent-Check: in 24 Stunden zeigt er dir auf Basis echter EPO-Daten, ob sich ein Patent lohnt und was deine Idee wert ist. Server in Frankfurt, verschlüsselt, keine Rechtsberatung.
Was "neu" beim Patent wirklich bedeutet
Neu ist deine Erfindung nur, wenn sie nicht zum Stand der Technik gehört (§ 3 PatG). Stand der Technik ist ein Fachbegriff und heißt schlicht: alles, was vor dem Anmeldetag weltweit öffentlich zugänglich war. Patente, Veröffentlichungen, Vorträge, Produkte, Messeauftritte, Webseiten.
Zwei Dinge überraschen die meisten. Erstens zählt es weltweit, nicht nur in Deutschland. Ein Beispiel: Gibt es genau deinen Verschlussmechanismus schon als Patent in Japan oder als Produkt in den USA, ist deine Lösung nicht mehr neu, auch wenn du davon nie gehört hast.
Zweitens zählt deine eigene Offenlegung gegen dich. In Europa gibt es keine Neuheitsschonfrist (Art. 54 EPÜ). Zählt als Offenlegung: ein Messestand, ein Pitch ohne Geheimhaltungsvereinbarung, ein Instagram-Reel. Zählt normalerweise nicht: deiner Mutter am Küchentisch davon erzählen, denn das ist nicht die Öffentlichkeit.
Deshalb ist die Reihenfolge entscheidend: erst prüfen und anmelden, dann zeigen.
So recherchierst du selbst, kostenlos
Der günstigste Schritt ist der erste, und er kostet nur Zeit. Zwei offizielle Datenbanken sind kostenlos und öffentlich. DEPATISnet ist das Rechercheportal des Deutschen Patent- und Markenamts; für den Anfang wählst du dort den Recherchemodus "Basis". Espacenet ist das Portal des Europäischen Patentamts mit Daten zu über 170 Millionen Patentdokumenten weltweit; für mehr Suchfelder legst du oben den Schalter "Erweiterte Suche" (englisch: "Advanced search") um.
Beide funktionieren ähnlich. Du gibst Stichworte ein, siehst dir ähnliche Treffer an, verfeinerst deine Begriffe und suchst erneut. Je weniger wirklich ähnliche Treffer du findest, desto wahrscheinlicher ist, dass deine Lösung im Kern neu ist. Ein sicheres Urteil ist das noch nicht, aber ein ehrliches erstes Gefühl.
Ein Muster, das wir immer wieder sehen: Viele überspringen genau diesen Schritt. Sie haben eine Idee, sie sind überzeugt davon, und sie wollen direkt anmelden. Dabei sind die zwanzig Minuten in Espacenet der einzige Teil des ganzen Weges, der nichts kostet und trotzdem die teuerste Frage beantwortet. Nach dem, was wir in den amtlichen Zahlen sehen, endet ungefähr die Hälfte der Prüfungsverfahren beim Amt ohne erteiltes Patent. Ein Teil davon sind Fälle, die eine halbe Stunde Recherche vorher hätte einordnen können.
Mit der kostenlosen Suche anzufangen ist deshalb keine Sparsamkeit, sondern Reihenfolge. Man schaut nach, was es gibt, bevor man dafür bezahlt, es noch einmal zu erfinden.
Der schwierigste Teil: deine Idee in Suchbegriffe übersetzen
Die meisten scheitern nicht an der Datenbank, sondern an den Suchbegriffen. Wer nach seinem Produktnamen oder seiner Wunschlösung sucht, findet nichts und glaubt fälschlich, die Idee sei neu.
Suche stattdessen nach dem technischen Prinzip:
- Beschreibe das Problem und die Lösung, nicht das Produkt. Zählt nicht als guter Suchbegriff: "smarter Fahrradkorb". Zählt sehr wohl: der Mechanismus dahinter, also wie genau etwas befestigt, gemessen, bewegt oder verbunden wird.
- Nutze Synonyme und Oberbegriffe. Ein Patentautor nennt einen Deckel vielleicht "Verschlusselement" und eine Feder "elastisches Rückstellmittel". Denke in Fachbegriffen, nicht in Alltagssprache.
- Suche auch auf Englisch. Der größte Teil des weltweiten Stands der Technik ist englischsprachig. Espacenet übersetzt viele Dokumente automatisch.
- Arbeite dich über die Patentklassen vor. Findest du ein passendes Patent, siehst du seine CPC-Klasse, also die Schublade, in die das Amt es einsortiert hat. Über diese Klasse findest du weitere Treffer im selben technischen Feld, auch solche, deren Wortwahl du nie erraten hättest.
Wenn du es genauer wissen willst: amtliche und professionelle Wege
Die kostenlose Selbstrecherche ist der Anfang. Wenn du dir sicherer sein willst, gibt es abgestufte Möglichkeiten:
- Rechercheantrag beim DPMA (§ 43 PatG). Gegen eine Gebühr von 300 Euro ermittelt das Amt den relevanten Stand der Technik zu deiner Anmeldung. Gründlich, aber du legst dich damit schon Richtung Anmeldung fest.
- Recherche durch eine Patentanwältin oder einen Patentanwalt. Fundiert und auf deinen Fall zugeschnitten. Eine Erstberatung mit Recherche kostet in der Regel 200 bis 800 Euro.
- Datenbasierter Vorab-Check. Ein Check auf Basis echter Patentdaten ordnet ein, wo ähnliche Patente liegen und wie es um die Neuheit steht, ohne dass du deine Idee öffentlich machst. Eine reine Trefferliste musst du selbst deuten, eine Einschätzung ordnet die Treffer für dich ein.
Aus der Praxis: warum diese Recherche eine Due Diligence ist
Wer beruflich mit Investitionsentscheidungen zu tun hat, kennt den Vorgang unter einem anderen Namen. Bevor Geld in ein Unternehmen fließt, wird geprüft, was es wirklich gibt: Verträge, Zahlen, Risiken. Das nennt sich Due Diligence, wörtlich die gebotene Sorgfalt, und niemand überspringt sie, weil sie unbequem ist. Sie ist der Preis dafür, mit offenen Augen zu entscheiden.
Die Patentrecherche ist genau das für deine Idee. Sie sagt dir nicht, ob deine Erfindung gut ist. Sie sagt dir, was schon da ist. Der Unterschied zwischen einer Idee, die noch niemand hatte, und einer, die vor elf Jahren jemand in Osaka angemeldet hat, ist keine Geschmacksfrage, sondern eine Tatsache, die man nachschlagen kann.
Und der Reflex, den wir dabei häufig sehen, ist verständlich und teuer zugleich: Viele wollen lieber nicht nachsehen, weil ein Treffer die Idee kaputt macht. Aber der Treffer existiert unabhängig davon, ob du ihn gefunden hast. Ihn früh zu finden kostet zwanzig Minuten. Ihn spät zu finden kostet die Anmeldegebühren, die anwaltliche Ausarbeitung und Monate.
Warum eine Recherche nie 100 Prozent Sicherheit gibt
Eine Recherche senkt dein Risiko, aber sie beweist Neuheit nicht endgültig. Drei Gründe, ehrlich benannt:
- Die 18-Monate-Lücke. Patentanmeldungen werden erst 18 Monate nach dem Anmeldetag veröffentlicht (§ 32 PatG). Konkret: Meldet jemand im Januar 2026 etwas an, das deiner Lösung entspricht, siehst du es frühestens im Juli 2027. Heute ist es unsichtbar und zählt trotzdem gegen dich.
- Der Stand der Technik ist mehr als Patente. Auch ein Fachartikel, ein altes Produkt oder ein Vortrag zählt. Nicht alles davon steht in einer Patentdatenbank.
- Suchen ist eine Kunst. Mit den falschen Begriffen übersiehst du das entscheidende Dokument, und du merkst es nicht, weil ein leeres Suchergebnis genauso aussieht wie eine echte Lücke.
Wie Patentoria dir bei der Neuheit hilft
Patentoria ist ein deutsches Tech-Unternehmen, das Erfindern in 24 Stunden eine ehrliche Einschätzung liefert, ob sich ein Patent lohnt und was ihre Idee wert ist, auf Basis echter Patentdaten der EPO. Server in Frankfurt (EU), Übertragung verschlüsselt.
Der Patent-Check gleicht deine Idee gegen echte Patentdaten ab und ordnet ein, wie es um die Neuheit steht und wo ähnliche Schutzrechte liegen. Statt einer rohen Trefferliste, die du selbst deuten musst, bekommst du eine eingeordnete Einschätzung. In 24 Stunden, für 14,99 Euro, und ohne deine Idee öffentlich zu machen. Deine Neuheit bleibt erhalten, denn eine vertrauliche Prüfung ist keine öffentliche Offenbarung. Er ersetzt keine anwaltliche Prüfung im Einzelfall, er kommt davor.
Ein Wort dazu, warum wir das so gebaut haben. Das angenehmste Ergebnis für ein Unternehmen wie unseres wäre, jeder Idee eine gute Prognose zu geben und den Leuten den nächsten, teureren Schritt zu empfehlen. Das ist aber nicht das Ergebnis, das dem Erfinder hilft. Der Satz "das gibt es schon, spar dir das Geld" ist für den Empfänger unangenehm und trotzdem der wertvollste, den wir liefern können, weil er im Zweifel mehrere tausend Euro und ein Jahr rettet. Ein Vorab-Check, der nie abrät, wäre keinen Cent wert.
Diese Einschätzung stellt keine Rechtsberatung dar. Patentoria ist keine Rechts- oder Patentanwaltskanzlei.
Bald kannst du das für deine eigene Idee herausfinden
Der Patentoria Patent-Check prüft auf Basis echter EPO-Patentdaten, ob sich deine Idee lohnt und was sie wert ist. Er ist noch nicht öffentlich. Bis dahin findest du hier weiter ehrliche Antworten, ohne Anmeldung und ohne Verkaufsmasche.
Mehr Antworten lesenQuellen
- § 3 PatG, Neuheit und Stand der Technik · abgerufen am 11.08.2026
- § 32 PatG, Offenlegung der Anmeldung nach 18 Monaten · abgerufen am 11.08.2026
- Art. 54 EPÜ, absolutes Neuheitserfordernis ohne Schonfrist · Stand 2026
- DPMA, Recherchegebühr nach § 43 PatG (300 Euro, Gebührennummer 311 200) · Stand 05.03.2026
- Espacenet, kostenlose Patentrecherche des EPO mit mehr als 150 Millionen Patentdokumenten · abgerufen am 11.08.2026
- DEPATISnet, Rechercheportal des DPMA · abgerufen am 11.08.2026
- DPMA, Aktuelle Statistiken Patente: 45.839 abgeschlossene Prüfungsverfahren und 24.475 veröffentlichte Erteilungen im Jahr 2025 · Stand 24.02.2026, abgerufen am 11.08.2026
Häufige Fragen
Wie finde ich heraus, ob es meine Erfindung schon gibt?
Kostenlos in den Datenbanken DEPATISnet (DPMA) und Espacenet (EPO) recherchieren. Du suchst nach dem technischen Prinzip deiner Idee, nicht nach dem Produktnamen: nicht "smarter Fahrradkorb", sondern der Befestigungsmechanismus dahinter. Für eine gründliche amtliche Recherche gibt es den Rechercheantrag beim DPMA nach § 43 PatG gegen eine Gebühr von 300 Euro.
Was kostet eine Patentrecherche?
Die Selbstrecherche in DEPATISnet und Espacenet ist kostenlos. Ein amtlicher Rechercheantrag beim DPMA kostet 300 Euro (§ 43 PatG, Gebührennummer 311 200). Eine Erstberatung mit Recherche bei einer Patentanwältin oder einem Patentanwalt liegt in der Regel bei 200 bis 800 Euro. Ein datenbasierter Vorab-Check ersetzt sie nicht, er kommt davor, damit du mit einer Grundlage in dieses Gespräch gehst.
Zerstört es die Neuheit, wenn ich meine Idee vorher zeige?
Ja, das kann es. In Europa gibt es keine Neuheitsschonfrist (Art. 54 EPÜ). Jede öffentliche Offenlegung vor dem Anmeldetag, auch deine eigene, kann die Patentierbarkeit dauerhaft zerstören. Beispiel: Ein Messestand im Mai zählt, ein Gespräch mit deiner Familie am Küchentisch normalerweise nicht. Zeige deine Idee vorher nur unter einer Geheimhaltungsvereinbarung.
Beweist eine Recherche, dass meine Erfindung neu ist?
Nein. Eine Recherche senkt dein Risiko stark, beweist Neuheit aber nicht zu 100 Prozent. Neue Anmeldungen sind erst 18 Monate nach dem Anmeldetag sichtbar (§ 32 PatG), und der Stand der Technik umfasst mehr als nur Patente. Sie sorgt dafür, dass du nicht für etwas zahlst, das es schon gibt.
Wie mache ich eine Patentrecherche selbst?
In vier Schritten. Erstens: Beschreibe dein technisches Problem und deine Lösung in Fachbegriffen, nicht in Produktnamen. Zweitens: Suche damit in Espacenet und DEPATISnet, auch auf Englisch. Drittens: Findest du ein ähnliches Patent, schau dir seine CPC-Klasse an und durchsuche diese Klasse. Viertens: Notiere, was du gefunden hast und mit welchen Begriffen, damit du es später wieder nachvollziehen kannst.
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